118140-01
Optique de portraiture et peinture, en deux parties. 2 Teile in 1 Band.
Paris, Chez l'auteur, prés la Boucherie, 1670. - (38,5 x 26 cm). (14) 58 S.; SS. 59-159. Mit 2 Frontispizen und 8 Kupfertafeln, alle vom Verfasser entworfen und gestochen. Geglätteter roter Maroquinband mit reicher Rückenvergoldung, dreifachen Deckelfileten, Steh- und Innenkantenvergoldung, dreiseitigem Goldschnitt sowie Colberts Wappensupralibros auf beiden Deckeln; in modernem Halbmaroquin-Chemis mit goldgeprägtem Rückentitel und zugehörigem Schuber.
Seltene erste Ausgabe in einem Exemplar aus der legendären "Bibliotheca Colbertina". Der bedeutende französische Staatsmann und Bibliophile Jean-Baptiste Colbert (1619-1683) war Nachfolger von Mazarin als regierender Minister unter Ludwig XIV. Dank seiner finanziellen Möglichkeiten und des Engagements seines Bibliothekars Etienne Baluze wurde die Colbertina bald zu einer bedeutenden Bibliothek mit umfangreichem Buchbestand und zahlreichen seltenen Ausgaben. Nach dem Tod Colberts wurde die etwa 20.000 Bände umfassende Bibliothek jedoch 1728 verkauft und in alle Winde zerstreut. Charakteristisch sind die eigens für die Bibliothek angefertigten Einbände, gebunden in rotes Maroquin mit dem ovalen Wappensupralibros (9,5 x 7,5 cm) auf beiden Deckeln, mit einer Schlange (lateinisch coluber) in der Mitte, umgeben von der Ordenskette des Ordens des Heiligen Michael und des Heiligen Geistes. Der in 7 Felder unterteilte Rücken enthält eines mit Rückentitel, die übrigen mit dem gekrönten Monogramm "JBC". Mit diesem Werk beteiligte sich Huret am "Perspektivenstreit", der in Paris in diesen Jahren eine sehr heftig geführte Auseinandersetzung zwischen Desargue, Dubreuil, Bosse, Curabelle etc., zwischen Praktikern (Steinmetzen u.a.) und Theoretikern (Mathematikern) war. Huret stellt sich entschieden auf die Seite der Praktiker, obwohl er Mathematik studiert hatte. Sein Traktat richtet sich gegen Abraham Bosse, der obwohl Praktiker, sich auf die Seite der Theoretiker gestellt hatte. "The draughtsman and engraver Grégoire Huret (1610-1670) - an academician who was also close to the king - took over Bosse's lectures at the Royal Academy of Painting and Sculpture. In 1670, Huret published 'Optique de portraiture et peinture' (Optics of portraying and painting) in which he expressed great concern about the state of the art, particularly criticizing Bosse's book from 1665 and previous publications on Desargues's method. Huret claimed that his book should be seen as a contribution to the education of the young, especially to teaching them useful rules for drawing perspective. Following the general layout used by Aleaume and Migon, Huret divided his book into two parts entitled 'la perspective pratique' (practical perspective) and 'la perspective speculative' (speculative perspective)... Huret was well read and discussed books on other subjects than perspective. Naturally enough these included general works on painting, but also Desargues's and Pascal's works on projective geometry... Among the more productive passages in Huret's book one can find a presentation of the construction and use of an angle scale. He also dealt with a point most authors avoided, namely the use of scaled lengths in perspective constructions. In this connection he presented the technique for applying a reduced 'distance' in a distance point construction - without reducing the actual 'distance' - that s'Gravesande applied later" (Kirsti, The Geometry of an Art). Zwei der sehr fein und detailreich gestochenen Tafeln zeigen Anamorphosen. - Drucktitel mit dem schwachen Eintrag "Biblioteca Colbertina", wohl von der Hand seines Bibliothekars Étienne Baluze. Das ganzseitige radierte moderne Exlibris von Arnaud de Vitry zu Beginn eingebunden. Papierbedingt gleichmäßig gering gebräunt und wie immer mit einigen sauberen handschriftlichen Korrekturen, die unmittelbar nach dem Druck eingefügt wurden. Das Frontispiz und die ersten 5 Blätter des zweiten Teils mit sorgsam restauriertem Ausriss im weißen Rand. Am Schluss sind 21 leere Blätter eingebunden. Vorderdeckel mit kleiner restaurierter Schabstelle. Insgesamt hervorragend erhalten
Optique de portraiture et peinture, en deux parties. 2 Teile in 1 Band.
Paris, Chez l'auteur, prés la Boucherie, 1670. - (38,5 x 26 cm). (14) 58 S.; SS. 59-159. Mit 2 Frontispizen und 8 Kupfertafeln, alle vom Verfasser entworfen und gestochen. Geglätteter roter Maroquinband mit reicher Rückenvergoldung, dreifachen Deckelfileten, Steh- und Innenkantenvergoldung, dreiseitigem Goldschnitt sowie Colberts Wappensupralibros auf beiden Deckeln; in modernem Halbmaroquin-Chemis mit goldgeprägtem Rückentitel und zugehörigem Schuber.
Seltene erste Ausgabe in einem Exemplar aus der legendären "Bibliotheca Colbertina". Der bedeutende französische Staatsmann und Bibliophile Jean-Baptiste Colbert (1619-1683) war Nachfolger von Mazarin als regierender Minister unter Ludwig XIV. Dank seiner finanziellen Möglichkeiten und des Engagements seines Bibliothekars Etienne Baluze wurde die Colbertina bald zu einer bedeutenden Bibliothek mit umfangreichem Buchbestand und zahlreichen seltenen Ausgaben. Nach dem Tod Colberts wurde die etwa 20.000 Bände umfassende Bibliothek jedoch 1728 verkauft und in alle Winde zerstreut. Charakteristisch sind die eigens für die Bibliothek angefertigten Einbände, gebunden in rotes Maroquin mit dem ovalen Wappensupralibros (9,5 x 7,5 cm) auf beiden Deckeln, mit einer Schlange (lateinisch coluber) in der Mitte, umgeben von der Ordenskette des Ordens des Heiligen Michael und des Heiligen Geistes. Der in 7 Felder unterteilte Rücken enthält eines mit Rückentitel, die übrigen mit dem gekrönten Monogramm "JBC". Mit diesem Werk beteiligte sich Huret am "Perspektivenstreit", der in Paris in diesen Jahren eine sehr heftig geführte Auseinandersetzung zwischen Desargue, Dubreuil, Bosse, Curabelle etc., zwischen Praktikern (Steinmetzen u.a.) und Theoretikern (Mathematikern) war. Huret stellt sich entschieden auf die Seite der Praktiker, obwohl er Mathematik studiert hatte. Sein Traktat richtet sich gegen Abraham Bosse, der obwohl Praktiker, sich auf die Seite der Theoretiker gestellt hatte. "The draughtsman and engraver Grégoire Huret (1610-1670) - an academician who was also close to the king - took over Bosse's lectures at the Royal Academy of Painting and Sculpture. In 1670, Huret published 'Optique de portraiture et peinture' (Optics of portraying and painting) in which he expressed great concern about the state of the art, particularly criticizing Bosse's book from 1665 and previous publications on Desargues's method. Huret claimed that his book should be seen as a contribution to the education of the young, especially to teaching them useful rules for drawing perspective. Following the general layout used by Aleaume and Migon, Huret divided his book into two parts entitled 'la perspective pratique' (practical perspective) and 'la perspective speculative' (speculative perspective)... Huret was well read and discussed books on other subjects than perspective. Naturally enough these included general works on painting, but also Desargues's and Pascal's works on projective geometry... Among the more productive passages in Huret's book one can find a presentation of the construction and use of an angle scale. He also dealt with a point most authors avoided, namely the use of scaled lengths in perspective constructions. In this connection he presented the technique for applying a reduced 'distance' in a distance point construction - without reducing the actual 'distance' - that s'Gravesande applied later" (Kirsti, The Geometry of an Art). Zwei der sehr fein und detailreich gestochenen Tafeln zeigen Anamorphosen. - Drucktitel mit dem schwachen Eintrag "Biblioteca Colbertina", wohl von der Hand seines Bibliothekars Étienne Baluze. Das ganzseitige radierte moderne Exlibris von Arnaud de Vitry zu Beginn eingebunden. Papierbedingt gleichmäßig gering gebräunt und wie immer mit einigen sauberen handschriftlichen Korrekturen, die unmittelbar nach dem Druck eingefügt wurden. Das Frontispiz und die ersten 5 Blätter des zweiten Teils mit sorgsam restauriertem Ausriss im weißen Rand. Am Schluss sind 21 leere Blätter eingebunden. Vorderdeckel mit kleiner restaurierter Schabstelle. Insgesamt hervorragend erhalten
16.500 €