119548-01
(Gerstle, Max).
Ansichten der von der General-Bau-Unternehmung M. Gerstle & Co. im Bereiche der k.k. Genie-Direktion Trebinje in den Jahren 1883/84 ausgeführten Bauten (Deckeltitel).

(Wien, Ca. 1884). - (31,5 x 42 cm). 20 starke Kartontafeln. Mit 35 montierten Original-Photographien in Albumin-Abzügen (21 x 26 cm) mit gedruckten Legenden, Bildnummern und Rahmenleisten sowie einem aus 3 Original-Photographien bestehenden Faltpanorama (20,5 x 83 cm). Schwarzer Original-Lederband über Holzdeckeln mit Rückenfileten, Deckeltitel und Eckfleurons in Goldprägung, dreiseitigem Goldschnitt, Messingschließe und weißen Moirépapier-Vorsätzen.

Monumentale und äußerst seltene Dokumentation der bedeutenden, heute zum großen Teil abgerissenen österreichischen Verteidigungsanlagen von Trebinje in der Herzegowina, nahe der Grenze zu Montenegro und Kroatien. Das Album ist für uns nur in Bildarchiv und Grafiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek nachweisbar, mit identischem Titel und Umfang. Die als "Werke" bezeichneten Festungs- und Kasernengebäude wurden ab 1879 von Offizieren der lokalen Geniedirektion geplant und in der ersten Hauptbauphase durch die Wiener Unternehmensgruppe von Max Gerstle (1843-1923) ausgeführt, der für seine verdienstvolle Tätigkeit bei der Erstellung der hier vorgestellten militärischen Bauten sowie für den Bau von Eisenbahnlinien in den occupierten Provinzen das Ritterkreuz des Franz-Joseph-Ordens verliehen bekam. Sie bildeten ein abgeschlossenes, durch optische Telegraphen sowie ein Telephonnetz verbundenes Ensemble in prägnanter militärischer Formensprache. Die großformatigen Aufnahmen zeigen (meist aus zwei Himmelrichtungen) das Truppenlager, befestigtes Lager an den Trebinjcica-Quellen, die Werke Klicanje, Leutar, Kravica, Golo Brdo, ferner bei Bilek Draguljici, Vlainje, Tuhor und Gomila Kamenica, sowie mehrere Wachhäuser, jeweils mit der umgebenden Karstlandschaft. Das "Panorama von Trebinje" verdeutlicht den maßgebenden Einfluß der Anlagen auf die Bauentwicklung der Stadt. - Modernes Exlibris. Stellenweise gering berieben und Rückdeckel mit leichten Kratzspuren. Die Aufnahmen etwas verblaßt, Trägerkartons in den Rändern stellenweise leicht stockfleckig. Insgesamt sehr schönes und wohlerhaltenes Exemplar


3.080 €