119612-01
Mohl, Hugo von.
Ueber die Vermehrung der Pflanzen-Zellen durch Theilung. Eine Inaugural-Dissertation.

Tübingen, Fues, 1835. - (24 x 21 cm). 20 S. Mit 1 lithographierten Tafel. Grüne Original-Broschur.

Einzige Ausgabe der äußerst seltenen Beschreibung von Mohls erstmaliger Beobachtung einer Zellteilung. - Mohl (1805-1872), Professor für Botanik und Direktor des Botanischen Gartens in Tübingen, wurde vor allem durch seine bedeutenden Arbeiten zur Histologie der Pflanzen und der damit zusammenhängenden Anwendung des Mikroskops für die wissenschaftliche Pflanzenforschung berühmt. Bei seinen mikroskopischen Untersuchungen an Grünalgen entdeckte er 1835 erstmals den Prozess der Zellteilung. Seine Erkenntnisse wurden 1835 in der vorliegenden Dissertation von August Wilhelm Winter, einem seiner Studenten, veröffentlicht. "Seine Befunde wurden bestätigt durch Unger, Hofmeister, Nägeli u.a. und von Virchow 1858 in den Worten zusammengefaßt 'omnis cellula e cellula'. Damit wurde die Zellbildungstheorie von Schleiden widerlegt, der, den seltenen Sonderfall einer freien Zellbildung bei der Ausbildung des Endosperms verallgemeinernd, die Vorstellung vertrat, daß Zellen aus einer schleimigen Grundmasse entstehen, in der sich um jeden Zellkern eine Zellmembran ausbildet. Weiter beschrieb M. die Tetradenteilung von Pollen- und Sporenmutterzellen und wies nach, daß alle pflanzlichen Fasern aus unterschiedlichen Arten von Zellen bestehen. Er erkannte ferner, daß die Tracheen der Blütenpflanzen aus Zellreihen entstehen, deren Querwände ganz oder teilweise aufgelöst werden, und daß beim Dickenwachstum der Zellwände sich neue Schichten auf die dünne Primärwand auflagern, wobei die Tüpfel ausgespart bleiben. Für den lebenden Inhalt der Zelle prägte M. 1846 den Ausdruck 'Protoplasma'" (NDB). - Am Außenrand teils leicht fleckig. Tafel etwas stockfleckig, sonst wohlerhalten. - DSB 9, 441


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