105054-01
Rudimenta mathematica. Haec in duos digeruntur libros, quorum prior geometriae tradit principia seu prima elementa... Posterior vero omnigenum horologiorum docet delineationes. Basel. (Petri. 1551). (31,5 x 21 cm). (12 (2w)) 242 (2) S. Mit großem Titelholzschnitt, 1 gefalteten Holzschnitt-Tafel, 178 teils figürlichen Textholzschnitten, teilweise von H. Holbein d.J., und Druckermarke am Schluss. - Beigebunden: Andreas Schöner. Gnomonice... hoc est: De descriptionibus horologiorum sciotericorum omnis generis... libri tres. His addita sunt eiusdem autoris: Gnomonices mechanices... De inventione lineae meridianae... De compositione astrolabii. Nürnberg. Montan und Neuber. 1562. 6 nn., CVIII num. Bll. Mit 4 (2 doppelblattgroßen) Holzschnitt-Tafeln, 148 teils blattgroßen Textholzschnitten, figürlicher Holzschnitt-Kopfleiste auf dem Titel und Druckermarke am Schluss. - Beigebunden: Gio(vanni) Battista Benedetti. De gnomonum umbrarumque solarium usu liber.
Turin, Bevilaquas Erben, 1574. - 6 nn., 123 num., 1 w. Bll. Mit Wappenholzschnitt auf dem Titel und zahlreichen schematischen Textholzschnitten. Flexibler Pergamentband der Zeit auf 3 durchgezogenen Bünden.
Schöner Sammelband mit drei frühen, bedeutenden und seltenen Werken über die Konstruktion von Sonnenuhren - jeweils in erster Ausgabe. - Zu I: Die "Rudimenta" erschienen ein Jahr vor Münsters Tod, hier mit der oft fehlenden großen Holzschnitt-Tafel von H. Holbein. "The most sumptuously illustrated work of Münster, the second part represents his final word on sun-dials and enlarges on the 1531 and 1533 quarto editions. Wall-dials especially, are described, and a number illustrated, so are the Kratzer type of polyhedral dial, Koebel's, Finé's, etc., dials, the scapha, nocturnals, etc." (Weil). Der erste Teil enthält eine Einführung in die Geometrie und die Vermessungskunde, der zweite Teil besteht aus der dritten lateinischen Ausgabe der "Horologiographia" von 1533 mit Beschreibungen zur Konstruktion von Sonnenuhren. Neben geometrischen Holzschnitten enthält der Band eine schöne Folge von halbseitigen Tierkreiszeichen (Holbein d. J. zugeschrieben), 7 allegorischen Planetenzeichen, zahlreichen Sonnenuhren und Beispielen für die Feldmessung. Die Holzschnitt-Tafel mit der dekorativen Darstellung einer Wandsonnenuhr. - VD16 M6675; Adams M 1939; Burmeister 54; Zinner, Bibliographie 2022; Houzeau-Lancaster 11364; Libri rari 198; Weil, Catalogue 32/236. - Zu II: Seltene, reich illustrierte und von Zinner als "bedeutsam" bezeichnete Monographie zur Gnomonik. Es ist das Hauptwerk des aus Nürnberg stammenden und in Diensten des Landgrafen Wilhelm IV., des Weisen, von Hessen-Kassel stehenden Astronomen Andreas Schöner (1528-1590). Er beschreibt im ersten Teil den Entwurf von Sonnenuhren auf ebenen Flächen und im zweiten Teil auf gekrümmten Flächen mit Hilfe von Kegelschnitten. Im dritten Teil behandelt er Zeitmesser, wie Sonnenquadranten, Uhrentäfelchen und Säulensonnenuhren. Den Schluss bildet die Beschreibung der Herstellung eines Astrolabiums und einer Scheibe zur Sterndeutung. Zusätzlich stellt Schöner ein neues Verfahren zur Bestimmung der Mittagslinie mit Hilfe eines oben gekrümmten und mit einem Loch versehenen Schattenstabes vor. "Schöner war ein scharfsinniger Theoretiker, scheint sich aber mit der Herstellung von Sonnenuhren nicht abgegeben zu haben, wenn er auch die Mängel mancher Sonnenringe wohl erkannt hat" (Zinner, Instrumente S. 68). - VD16 S3458; Adams S 677; Houzeau-Lancaster 11370; Zinner, Bibliographie 2291; Honeyman 2800; Astronomie im frühen Buchdruck 56. - Zu III: Von Riccardi als "raro ed assai apprezzato" bezeichnetes Werk zur Gnomonik. - "Benedetti is of special significance in the history of science as the most important immediate forerunner of Galileo... Benedetti's first publication after his move to Turin was a book on the theory and construction of sundials, 'De gnomonum', the most comprehensive treatise on the subject to that time. It dealt with the construction of dials at various inclinations and also with dials on cylindrical and conical surfaces" (DSB). "Den Gedanken, das Sonnenlicht durch einen Spiegel aufzufangen und dadurch auf Zifferblätter an Häusern zu lenken, scheint J. B. Benedictus zuerst in seinem Buch 'De gnomonum...' geäußert zu haben. Es gibt jedoch Umstände, welche annehmen lassen, daß Nik. Coppernicus sich mit diesem Gegenstand beschäftigt hatte. Coppernicus hat über Sonnenuhren und besonders solche mit Spiegeln nichts veröffentlicht. Daher ist das Buch des Benedictus das erste auf diesem Gebiete" (Zinner, Instrumente S. 76). - DSB 1, 604; EDIT16 CNCE 5165; Adams B 653; Houzeau-Lancaster. 11377; Riccardi I/1, 111. - Stellenweise papierbedingt leicht gebräunt. Sehr vereinzelt gering fingerfleckig bzw. am unteren Rand etwas braunfleckig. Titel mit Besitzvermerk von alter Hand und im oberen Rand jeweils mit nahezu unmerklicher Restaurierung. Die Tafel des ersten Werkes am oberen Rand etwas knapp beschnitten. Einband altersbedingt etwas gewellt, leicht fleckig und mit Resten der Bindebänder. Insgesamt schöner und gut erhaltener Sammelband in zeitgenössischem Einband
Rudimenta mathematica. Haec in duos digeruntur libros, quorum prior geometriae tradit principia seu prima elementa... Posterior vero omnigenum horologiorum docet delineationes. Basel. (Petri. 1551). (31,5 x 21 cm). (12 (2w)) 242 (2) S. Mit großem Titelholzschnitt, 1 gefalteten Holzschnitt-Tafel, 178 teils figürlichen Textholzschnitten, teilweise von H. Holbein d.J., und Druckermarke am Schluss. - Beigebunden: Andreas Schöner. Gnomonice... hoc est: De descriptionibus horologiorum sciotericorum omnis generis... libri tres. His addita sunt eiusdem autoris: Gnomonices mechanices... De inventione lineae meridianae... De compositione astrolabii. Nürnberg. Montan und Neuber. 1562. 6 nn., CVIII num. Bll. Mit 4 (2 doppelblattgroßen) Holzschnitt-Tafeln, 148 teils blattgroßen Textholzschnitten, figürlicher Holzschnitt-Kopfleiste auf dem Titel und Druckermarke am Schluss. - Beigebunden: Gio(vanni) Battista Benedetti. De gnomonum umbrarumque solarium usu liber.
Turin, Bevilaquas Erben, 1574. - 6 nn., 123 num., 1 w. Bll. Mit Wappenholzschnitt auf dem Titel und zahlreichen schematischen Textholzschnitten. Flexibler Pergamentband der Zeit auf 3 durchgezogenen Bünden.
Schöner Sammelband mit drei frühen, bedeutenden und seltenen Werken über die Konstruktion von Sonnenuhren - jeweils in erster Ausgabe. - Zu I: Die "Rudimenta" erschienen ein Jahr vor Münsters Tod, hier mit der oft fehlenden großen Holzschnitt-Tafel von H. Holbein. "The most sumptuously illustrated work of Münster, the second part represents his final word on sun-dials and enlarges on the 1531 and 1533 quarto editions. Wall-dials especially, are described, and a number illustrated, so are the Kratzer type of polyhedral dial, Koebel's, Finé's, etc., dials, the scapha, nocturnals, etc." (Weil). Der erste Teil enthält eine Einführung in die Geometrie und die Vermessungskunde, der zweite Teil besteht aus der dritten lateinischen Ausgabe der "Horologiographia" von 1533 mit Beschreibungen zur Konstruktion von Sonnenuhren. Neben geometrischen Holzschnitten enthält der Band eine schöne Folge von halbseitigen Tierkreiszeichen (Holbein d. J. zugeschrieben), 7 allegorischen Planetenzeichen, zahlreichen Sonnenuhren und Beispielen für die Feldmessung. Die Holzschnitt-Tafel mit der dekorativen Darstellung einer Wandsonnenuhr. - VD16 M6675; Adams M 1939; Burmeister 54; Zinner, Bibliographie 2022; Houzeau-Lancaster 11364; Libri rari 198; Weil, Catalogue 32/236. - Zu II: Seltene, reich illustrierte und von Zinner als "bedeutsam" bezeichnete Monographie zur Gnomonik. Es ist das Hauptwerk des aus Nürnberg stammenden und in Diensten des Landgrafen Wilhelm IV., des Weisen, von Hessen-Kassel stehenden Astronomen Andreas Schöner (1528-1590). Er beschreibt im ersten Teil den Entwurf von Sonnenuhren auf ebenen Flächen und im zweiten Teil auf gekrümmten Flächen mit Hilfe von Kegelschnitten. Im dritten Teil behandelt er Zeitmesser, wie Sonnenquadranten, Uhrentäfelchen und Säulensonnenuhren. Den Schluss bildet die Beschreibung der Herstellung eines Astrolabiums und einer Scheibe zur Sterndeutung. Zusätzlich stellt Schöner ein neues Verfahren zur Bestimmung der Mittagslinie mit Hilfe eines oben gekrümmten und mit einem Loch versehenen Schattenstabes vor. "Schöner war ein scharfsinniger Theoretiker, scheint sich aber mit der Herstellung von Sonnenuhren nicht abgegeben zu haben, wenn er auch die Mängel mancher Sonnenringe wohl erkannt hat" (Zinner, Instrumente S. 68). - VD16 S3458; Adams S 677; Houzeau-Lancaster 11370; Zinner, Bibliographie 2291; Honeyman 2800; Astronomie im frühen Buchdruck 56. - Zu III: Von Riccardi als "raro ed assai apprezzato" bezeichnetes Werk zur Gnomonik. - "Benedetti is of special significance in the history of science as the most important immediate forerunner of Galileo... Benedetti's first publication after his move to Turin was a book on the theory and construction of sundials, 'De gnomonum', the most comprehensive treatise on the subject to that time. It dealt with the construction of dials at various inclinations and also with dials on cylindrical and conical surfaces" (DSB). "Den Gedanken, das Sonnenlicht durch einen Spiegel aufzufangen und dadurch auf Zifferblätter an Häusern zu lenken, scheint J. B. Benedictus zuerst in seinem Buch 'De gnomonum...' geäußert zu haben. Es gibt jedoch Umstände, welche annehmen lassen, daß Nik. Coppernicus sich mit diesem Gegenstand beschäftigt hatte. Coppernicus hat über Sonnenuhren und besonders solche mit Spiegeln nichts veröffentlicht. Daher ist das Buch des Benedictus das erste auf diesem Gebiete" (Zinner, Instrumente S. 76). - DSB 1, 604; EDIT16 CNCE 5165; Adams B 653; Houzeau-Lancaster. 11377; Riccardi I/1, 111. - Stellenweise papierbedingt leicht gebräunt. Sehr vereinzelt gering fingerfleckig bzw. am unteren Rand etwas braunfleckig. Titel mit Besitzvermerk von alter Hand und im oberen Rand jeweils mit nahezu unmerklicher Restaurierung. Die Tafel des ersten Werkes am oberen Rand etwas knapp beschnitten. Einband altersbedingt etwas gewellt, leicht fleckig und mit Resten der Bindebänder. Insgesamt schöner und gut erhaltener Sammelband in zeitgenössischem Einband
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