106921-01
(Del Monte, Guido Ubaldo).
Mechanischer Kunst-Kammer Erster Theil (alles Erschienene), von Waag, Hebel, Scheiben, Haspel, Keyl, und Schrauffen. Begreiffend die wahre Fundamenta aller Machination... (übersetzt) durch D. Mögling. Frankfurt. Rötel für Merian. 1629. (33 x 20,5 cm). 184 (2) S. Mit gestochenem Titel und 42 Kupfertafeln. - Vorgebunden: Johann Bernhard von Scheither. Novissima praxis militaris, oder: neu-vermehrte, und verstärckte Vestungs-Bau- und Krieges-Schuel... Braunschweig. Zilliger und Gruber. 1672. (6) 120 S. Mit Kupfertitel und 107 (41 doppelblattgroßen) Kupfertafeln aus: Wilhelm Dilich. Peribologia. Frankfurt 1640 (oder Frankfurt 1641), anstelle der eigentlich in diesen Band gehörenden 45 Kupfertafeln. - Vorgebunden: Johann Jacob von Wallhausen. Kriegs-Kunst zu Pferd, Das ist: Gründliche Unterweisung, wie die Cavallery als Lantzierer, Kürißirer, Carabiner und Tragoner: in Kriegs-übung abzurichten...

Frankfurt, Seyler, 1670. - (6) 76 S. Mit gestochenem Titel und 43 meist doppelblattgroßen Kupfertafeln. Lederband der Zeit mit reicher Rückenvergoldung.

Zu I: Einzige deutsche Ausgabe seines ersten und berühmtesten Werkes zur Mechanik, erstmals 1577 unter dem Titel "Mechanicorum liber" erschienen. Es enthält "nach Lagrange's Urtheil, das Princip der virtuellen Geschwindigkeiten zuerst und zwar auf den Hebel und den Flaschenzug angewandt" (Poggendorff). "Guidobaldo's first book, this work was 'regarded by contemporaries as the greatest work on statics since the Greeks. It was intended as a return to classical Archimedean models of rigorous mathematical proof and as a rejection of the 'barbaric' medieval proofs of Jordanus de Nemore... which mixed dynamic principles with mathematical analysis.' - DSB. Though Guidobaldo's call for a strict separation of statics and dynamics was ignored by Galileo, his own analysis of pulleys anticipated that of Galileo" (R&T). - DSB 9, 487; VD17 23:230690N; vgl. Poggendorff II, 193; Darmstaedter S. 94; Roberts & Trent S. 229 (alle die EA 1577). - Zu II: Einzige Ausgabe. - Scheither nahm als Offizier und Ingenieur mit den braunschweigisch-lüneburgischen Hilfstruppen an der Verteidigung Kandias (heute Iraklio) auf Kreta gegen die Türken teil; einer für die Schule des Festungskrieges sehr bedeutenden Belagerung. Seine Erfahrungen fasst er nach seiner Heimkehr in vorliegendem Band zusammen. - VD17 23:295343C; Jähns II, 1348 (ausführlich); Jordan 3379; HAB, Architekt und Ingenieur 327. - Die außerordentlich schönen Kupfertafeln stammen entweder aus der deutschen (1640) oder der lateinischen Ausgabe (1641) der Peribologia von Wilhelm Dilich, beide in Frankfurt erschienen (siehe Jordan 894 bzw. 895). - Dilichs mit 232 Kupfern reich illustriertes Werk gilt als eines der vielseitigsten Fortifikationswerke der Zeit. Die hier vorhandenen Kupfer, sämtliche mit schöner barocker Rahmenfassung, zeigen Soldaten zu Pferd und zu Fuß im Kampf und beim Exerzieren, Militäraufstellungen, Heerlager, Grundrisse von Festungen, mathematische Instrumente zur Feldvermessung, Kanonen und sonstige Waffen, Rüstungen, Schiffe etc. Sie sind teils in der Platte von den aus Augsburg stammenden und in Leipzig tätigen Stechern Joh. Dürr (um 1640-80) und Joh. Jacob Gabler (gest. 1640) signiert. Zu III: Dritte Ausgabe der erstmals 1616 erschienenen Abhandlung über die Kavallerie. - Jacob von Wallhausen (1580-1627), Gründer und erster Direktor der ältesten Militärakademie in Siegen, war Anfang des 17. Jahrhunderts der bedeutendste deutsche Militärschriftsteller. Seine Werke stellen wichtige Quellen für die Militärgeschichte des 30jährigen Krieges dar. - Die Tafeln zeigen Übungen zu Pferde und Schlachtordnungen mit figürlichen Darstellungen. - VD17 7:665311S; Jähns II, 1056; vgl. Cockle 735 (Ausg. 1634). - Vorsätze etwas leimschattig. Text meist leicht gebräunt. Zwei Blätter im zweiten Teil mit alt hinterlegten Einrissen. Anfangs ein kleines Wurmloch im unteren weißen Rand. Oberes Kapital gering beschädigt. Insgesamt schöner und gut erhaltener Sammelband


11.000 €