108322-01
Die Coss Christoffs Rudolffs. Mit schönen Exempeln der Coss. Gebessert und sehr gemehrt. Königsberg. Luthomisl (Leutomischl). 1553 (in fine: 1554). (21 x 15 cm). 10 nn., 491 num., 3 nn. Bll. (l.w.). Mit einigen meist schematischen Textholzschnitten und Holzschnitt-Druckermarke auf dem letzten Blatt. - Beigebunden: Derselbe. Ein sehr wunderbarliche wortrechnu(n)g. Sampt einer mercklichen erklerung etlicher Zalen Danielis und der Offenbarung Sanct Johannis.
(Königsberg, Augezdecki), 1553. - 54 nn. Bll. Mit figürlicher Holzschnitt-Titelbordüre. Blindgeprägter Schweinslederband mit Rollenstempeln des Meisters "B F" (Brosius Faust) über Holzdeckeln, monogrammiert "CB" und datiert 1563.
Sammelband mit zwei sehr seltenen Werken des Esslinger Mathematikers, in einem Exemplar aus der Sammlung J. A. Freilich mit dessen Exlibris. - Zu I: Erste Ausgabe von Stifels grundlegender Neubearbeitung von Christoff Rudolffs Algebra. - Die berühmte Coß Rudolffs erschien 1525 und war sofort vergriffen. Die doppelte Jahreszahl in der vorliegenden Ausgabe kommt daher, dass Stifel nachträglich noch einige Passagen eingeschoben hat, die erst nach dem Druck einzelner Teile entstanden sind. "Stifel überarbeitete Rudolffs Text, ergänzte ihn und stellte, wenn nötig, um. Neu von Stifel hinzugefügt sind 13 kubische Gleichungen... Im folgenden nennt Stifel Probleme, die nicht mit der Coß lösbar sind, z.B. das Auffinden von befreundeten Zahlen. (Er) beschreibt auch die Wortrechnung Rudolffs" (HAB). - VD16 R 3436; Adams R 863; Smith, Rara 258 ff.; Honeyman 2916; HAB, Maß, Zahl, Gewicht 4.18; Kaunzner, Rechenmeister der frühen Neuzeit S. 145ff. - Zu II: Einzige Ausgabe dieses kuriosen Werkes über mystische Zahlenspielereien; herausgegeben und mit einer Vorrede von Christoff Ottendorffer versehen sowie einer 8 Seiten umfassenden Beschreibung der Entstehungsgeschichte. - Der Esslinger Rechenmeister, Mathematiker und Theologe Stifel (1486-1567) war Anhänger der damals weit verbreiteten "Wortrechnung", einem Verfahren, bei dem allen Buchstaben des Alphabets Zahlen zugeordnet werden, um Bibelstellen zu interpretieren und Vorhersagen zu treffen. Angespornt hat ihn die Erkentniss, "dass die Buchstaben des Satzes 'vae tibi Papa vae tibi' als Dreieckszahlen addiert die Summe 1260 gaben, welche Zahl in der Apokalypse XI, 3 und XII, 6 vorkommt" (Cantor). Sein falsch berechneter Zeitpunkt für den Weltuntergang am 18.10.1533 führte zu einem Zerwürfnis mit Martin Luther, dessen Vertrauter er lange war. Cantor beschreibt den ersten großen deutschen Zahlentheoretiker als "nicht bloss Fremdes wiedergebenden und allenfalls in Einzelheiten verbessernden, sondern geradezu einen, wenn auch leider von Verschrobenheiten nicht freien, schöpferischen mathematischen Geist". - Die figürliche Titelbordüre zeigt spielende Kinder, einen tanzenden Bären, einen Geigenspieler, eine allegorische Figur und das Keltern von Wein. - DSB 13, 58; Cantor II, 447ff.; VD16 S9017; HAB, Maß, Zahl, Gewicht 4.16. - Erstes Titelblatt mit kleiner Randhinterlegung. Papierbedingt gleichmäßig leicht gebräunt und nur vereinzelt etwas braunfleckig. Einband gering fleckig und berieben. Rückdeckel mit kleinem Riss im Überzug. Ohne die beiden Schließen. Insgesamt schönes und wohlerhaltenes Exemplar in zeitgenössischem Einband
Die Coss Christoffs Rudolffs. Mit schönen Exempeln der Coss. Gebessert und sehr gemehrt. Königsberg. Luthomisl (Leutomischl). 1553 (in fine: 1554). (21 x 15 cm). 10 nn., 491 num., 3 nn. Bll. (l.w.). Mit einigen meist schematischen Textholzschnitten und Holzschnitt-Druckermarke auf dem letzten Blatt. - Beigebunden: Derselbe. Ein sehr wunderbarliche wortrechnu(n)g. Sampt einer mercklichen erklerung etlicher Zalen Danielis und der Offenbarung Sanct Johannis.
(Königsberg, Augezdecki), 1553. - 54 nn. Bll. Mit figürlicher Holzschnitt-Titelbordüre. Blindgeprägter Schweinslederband mit Rollenstempeln des Meisters "B F" (Brosius Faust) über Holzdeckeln, monogrammiert "CB" und datiert 1563.
Sammelband mit zwei sehr seltenen Werken des Esslinger Mathematikers, in einem Exemplar aus der Sammlung J. A. Freilich mit dessen Exlibris. - Zu I: Erste Ausgabe von Stifels grundlegender Neubearbeitung von Christoff Rudolffs Algebra. - Die berühmte Coß Rudolffs erschien 1525 und war sofort vergriffen. Die doppelte Jahreszahl in der vorliegenden Ausgabe kommt daher, dass Stifel nachträglich noch einige Passagen eingeschoben hat, die erst nach dem Druck einzelner Teile entstanden sind. "Stifel überarbeitete Rudolffs Text, ergänzte ihn und stellte, wenn nötig, um. Neu von Stifel hinzugefügt sind 13 kubische Gleichungen... Im folgenden nennt Stifel Probleme, die nicht mit der Coß lösbar sind, z.B. das Auffinden von befreundeten Zahlen. (Er) beschreibt auch die Wortrechnung Rudolffs" (HAB). - VD16 R 3436; Adams R 863; Smith, Rara 258 ff.; Honeyman 2916; HAB, Maß, Zahl, Gewicht 4.18; Kaunzner, Rechenmeister der frühen Neuzeit S. 145ff. - Zu II: Einzige Ausgabe dieses kuriosen Werkes über mystische Zahlenspielereien; herausgegeben und mit einer Vorrede von Christoff Ottendorffer versehen sowie einer 8 Seiten umfassenden Beschreibung der Entstehungsgeschichte. - Der Esslinger Rechenmeister, Mathematiker und Theologe Stifel (1486-1567) war Anhänger der damals weit verbreiteten "Wortrechnung", einem Verfahren, bei dem allen Buchstaben des Alphabets Zahlen zugeordnet werden, um Bibelstellen zu interpretieren und Vorhersagen zu treffen. Angespornt hat ihn die Erkentniss, "dass die Buchstaben des Satzes 'vae tibi Papa vae tibi' als Dreieckszahlen addiert die Summe 1260 gaben, welche Zahl in der Apokalypse XI, 3 und XII, 6 vorkommt" (Cantor). Sein falsch berechneter Zeitpunkt für den Weltuntergang am 18.10.1533 führte zu einem Zerwürfnis mit Martin Luther, dessen Vertrauter er lange war. Cantor beschreibt den ersten großen deutschen Zahlentheoretiker als "nicht bloss Fremdes wiedergebenden und allenfalls in Einzelheiten verbessernden, sondern geradezu einen, wenn auch leider von Verschrobenheiten nicht freien, schöpferischen mathematischen Geist". - Die figürliche Titelbordüre zeigt spielende Kinder, einen tanzenden Bären, einen Geigenspieler, eine allegorische Figur und das Keltern von Wein. - DSB 13, 58; Cantor II, 447ff.; VD16 S9017; HAB, Maß, Zahl, Gewicht 4.16. - Erstes Titelblatt mit kleiner Randhinterlegung. Papierbedingt gleichmäßig leicht gebräunt und nur vereinzelt etwas braunfleckig. Einband gering fleckig und berieben. Rückdeckel mit kleinem Riss im Überzug. Ohne die beiden Schließen. Insgesamt schönes und wohlerhaltenes Exemplar in zeitgenössischem Einband
23.000 €