116423-01
Lambsprinck (Lamspring).
Libellus de lapide philosophico. E germanico versu latine redditus per Nicolaum Barnaudum Delphinatene Medicum, huius scientia studiosissimum.

Frankfurt, Jennis, 1625. - (19,5 x 16 cm). 35 S. Mit großem Titelkupfer (Porträt), radiertem Wappen und 15 nahezu blattgroßen Radierungen von M. Merian. Moderner Halbpergamentband im Stil der Zeit unter Verwendung alten Materials, in modernem Holz-Schuber mit Lederintarsien und farbig geprägtem Rückentitel.

Überaus seltene erste lateinische Ausgabe dieses Vers-Bild-Traktats aus dem 15. Jahrhundert mit den herrlichen emblematischen Radierungen von Matthäus Merian dem Älteren. Der "Libellus" erschien "als eigenständiger Traktat dem 'Musaeum Hermeticum' angeheftet. Lambsprings Text wurde von Barnaud zuerst 1599 in seinen 'Triga chemica' herausgegeben. Dies ist die erste illustrierte Ausgabe, die sonst nur in 'Dyas Chymica Tripartia', ebd. zu finden ist" (Brüning). Beim Inhalt stehen der gereimte Text und die symbolischen Radierungen jeweils in direktem Zusammenhang. Die Unterschriften erklären den Bildinhalt und ordnen diesen in den Prozess des "Opus alchemicum" ein. Die darauf folgenden Lehrgedichte beziehen sich ebenfalls auf die Abbildungen. Die die Gewinnung des "Lapis philosophorum" erklärenden Bilder lassen sich in zwei Gruppen unterteilen, bei denen der erste Teil Decknamen aus dem Tierreich und der zweite Darstellungen aus der Allegorie des Alphidius benutzt. Lambsprincks Allegorie basiert auf der Körper-Geist-Seele-Lehre der arabischen Alchemie, bei der der alchemistische Prozess als eine Trennung von Seele und Geist vom Körper beschrieben wird. - Zur Person des Verfassers gibt es keine gesicherten Angaben, außer dem Selbstzeugnis in der Vorrede, dass er "aus einem freyen geschlechte" sei und seinem Wappen auf Seite 3. - Das Ziel von Lambsprincks Werk ist die Gewinnung des "Lapis philosophorum", der alle Krankheiten von Mensch und Tier heilen kann. Es zeichnet sich besonders durch die Verschmelzung von alchemistischen Metaphern und allegorischen Bildern aus, wodurch es "in der Geschichte der alchemistischen Illustration eine bahnbrechende und führende Stellung" einnimmt (Buntz). - Stellenweise gering fleckig, Titel und 3 Blätter mit sorgsam restaurierten kleinen Randläsuren. Insgesamt schönes, breitrandiges Exemplar. - Ferguson II, 5 (Anm.); VD17 14:628242P; Brüning 1441; Wüthrich II, 95a; Kopp II, 311 und 318; Schmieder 229


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