105856-03
Neue Hall- und Thon-Kunst, oder mechanische Gehaim-Verbindung der Kunst und Natur, durch Stimme und Hall-Wissenschafft gestifftet, worin(n) ingemein der Stim(m), Thons, Hall- und Schalles Natur, Eigenschafft, Krafft und Wunder-Würckung ... vorgestellt werden. Ingleichem wie die Sprach- und Gehör-Instrumenta, Machinen und Kunst-Wercke... so wohl die Stimm, Hall und Schall an weitentlegene Ort zu führen, als auch in abgesonderten Gehaim-Zimmern auf kunstverborgene Weise... sich mit einander zu unterreden sollen verfertigt werden... In unsere Teütsche Mutter-Sprach übersetzet von Agatho-Carione (d. i. Tobias Nisslen).
Nördlingen, Schultes für Heyl in Ellwangen, 1684. - (33 x 20,5 cm). (6) 162 (16) S. Mit gestochenem Titel, 1 Kupfertafel, 19 Textkupfern und über 50 Holzschnitten im Text. Halbpergamentband der Zeit.
Einzige deutsche Ausgabe der 1673 publizierten "Phonurgia nova" (die ihrerseits ein ergänzter Separatdruck des neunten Buches der "Musurgia universalis" darstellt) in einem vollständigen und reich illustrierten Exemplar. Komplett wie hier eine Rarität ersten Ranges. - "The 'Phonurgia' treats the science and applications of sound amplification and echoes. It was the first book published in Europe devoted entirely to acoustics" (Merrill). - Bedeutsam sind die Untersuchungen über das Echo und dessen Wirkung am Beispiel der Stadtmauern von Avignon, "Dionysii Hauss- oder Kunst-Gebäu" in Pavy, Lust-Haus Simonetta in Mailand usw. Kircher weiß bereits, dass die Bildung des Echos durch die Geometrie von Quelle, Reflektor und Hörer bestimmt wird und insbesondere (parabolische) Gewölbe als Reflektoren eine schallbündelnde Wirkung zeigen, die eine Erhöhung der Lautstärke an bestimmten Orten bewirkt (analog zum optischen Hohlspiegel). - Hinzuweisen ist außerdem auf Kircher als Musiktherapeut am Beispiel des Tarantismus (S. 144 ff.), mit dem dieses Phänomen im 17. Jahrhundert erstmals europaweit diskutiert wird. Dabei geht es um die auf den Biss der Tarantel zurückzuführende Tanzwut, die durch das Spielen eines schnellen süditalienischen Volkstanzes, der Tarantella, bekämpft wird. Die Seiten 144/145 zeigen Holzschnitte mit zwei Taranteln und ein Textkupfer mit tanzenden Personen, einer musizierenden Person und einer Tarantel am unteren Rand. - Die herrlichen Kupfer und Holzschnitte in schönen kräftigen Abdrucken zeigen u.a. schematische und figürliche Anordnungen zur Erzeugung von Echos, Musiknoten, Musikinstrumente (Trompeten, Hörner, eine Orgel etc.), Hörrohre, Tiere (Taranteln) und verschiedene Gebäude (u.a. das Lusthaus Simonetta). - Gestochener Titel angefalzt und mit angesetztem äußeren rechten Rand. Drucktitel mit kleiner restaurierter Fehlstelle im unteren weißen Rand. Die Seiten 99/100 und 101/102 im Bug restauriert (mit minimalem Buchstabenverlust). Neu aufgebunden. Einband leicht berieben. Insgesamt schönes und gut erhaltenes Exemplar. - VD17 23:297907Y; Merill 25 (Anm.); Dünnhaupt 2345, 26 (Anm.)
Neue Hall- und Thon-Kunst, oder mechanische Gehaim-Verbindung der Kunst und Natur, durch Stimme und Hall-Wissenschafft gestifftet, worin(n) ingemein der Stim(m), Thons, Hall- und Schalles Natur, Eigenschafft, Krafft und Wunder-Würckung ... vorgestellt werden. Ingleichem wie die Sprach- und Gehör-Instrumenta, Machinen und Kunst-Wercke... so wohl die Stimm, Hall und Schall an weitentlegene Ort zu führen, als auch in abgesonderten Gehaim-Zimmern auf kunstverborgene Weise... sich mit einander zu unterreden sollen verfertigt werden... In unsere Teütsche Mutter-Sprach übersetzet von Agatho-Carione (d. i. Tobias Nisslen).
Nördlingen, Schultes für Heyl in Ellwangen, 1684. - (33 x 20,5 cm). (6) 162 (16) S. Mit gestochenem Titel, 1 Kupfertafel, 19 Textkupfern und über 50 Holzschnitten im Text. Halbpergamentband der Zeit.
Einzige deutsche Ausgabe der 1673 publizierten "Phonurgia nova" (die ihrerseits ein ergänzter Separatdruck des neunten Buches der "Musurgia universalis" darstellt) in einem vollständigen und reich illustrierten Exemplar. Komplett wie hier eine Rarität ersten Ranges. - "The 'Phonurgia' treats the science and applications of sound amplification and echoes. It was the first book published in Europe devoted entirely to acoustics" (Merrill). - Bedeutsam sind die Untersuchungen über das Echo und dessen Wirkung am Beispiel der Stadtmauern von Avignon, "Dionysii Hauss- oder Kunst-Gebäu" in Pavy, Lust-Haus Simonetta in Mailand usw. Kircher weiß bereits, dass die Bildung des Echos durch die Geometrie von Quelle, Reflektor und Hörer bestimmt wird und insbesondere (parabolische) Gewölbe als Reflektoren eine schallbündelnde Wirkung zeigen, die eine Erhöhung der Lautstärke an bestimmten Orten bewirkt (analog zum optischen Hohlspiegel). - Hinzuweisen ist außerdem auf Kircher als Musiktherapeut am Beispiel des Tarantismus (S. 144 ff.), mit dem dieses Phänomen im 17. Jahrhundert erstmals europaweit diskutiert wird. Dabei geht es um die auf den Biss der Tarantel zurückzuführende Tanzwut, die durch das Spielen eines schnellen süditalienischen Volkstanzes, der Tarantella, bekämpft wird. Die Seiten 144/145 zeigen Holzschnitte mit zwei Taranteln und ein Textkupfer mit tanzenden Personen, einer musizierenden Person und einer Tarantel am unteren Rand. - Die herrlichen Kupfer und Holzschnitte in schönen kräftigen Abdrucken zeigen u.a. schematische und figürliche Anordnungen zur Erzeugung von Echos, Musiknoten, Musikinstrumente (Trompeten, Hörner, eine Orgel etc.), Hörrohre, Tiere (Taranteln) und verschiedene Gebäude (u.a. das Lusthaus Simonetta). - Gestochener Titel angefalzt und mit angesetztem äußeren rechten Rand. Drucktitel mit kleiner restaurierter Fehlstelle im unteren weißen Rand. Die Seiten 99/100 und 101/102 im Bug restauriert (mit minimalem Buchstabenverlust). Neu aufgebunden. Einband leicht berieben. Insgesamt schönes und gut erhaltenes Exemplar. - VD17 23:297907Y; Merill 25 (Anm.); Dünnhaupt 2345, 26 (Anm.)
7.500 €