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Artikel 107541-01


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107541-01  Francisci, Erasmus (d.i. Erasmus von Finx).
Das eröffnete Lust-Haus der Ober- und Nieder-Welt; bey mehrmaliger Unterredung, vor dißmal so wol, von der Natur, Welt, Himmel, und dem Gestirn, insgemein, als auch insonderheit von dem Mond, der Sonnen, und allen übrigen wandelbaren Sternen; imgleichen von den Haar-Sternen, oder Kometen, wie auch gestirnten Einflüssen, Stuffen-Jahren, Talismannen, oder vermeinten Krafft-Bildern... und Geburts-Zeichen. (20,5 x 16,5 cm). (14) 1576 (32) S. Mit gestochenem Frontispiz, 28 (2 gefalteten) Kupfertafeln und 1 Textkupfer. Pergamentband der Zeit.
Nürnberg, Endter, 1676.
Einzige Ausgabe. - "Populärwissenschafliches Werk zur Astronomie, mit vielen Kuriosa u(nd) Anekdoten; u.a. ein ausführl(iches) Kapitel über Kometenerscheinungen und deren Auslegung. Die Kupfer zeigen astronomische ('Der Mond durchs Perspektiv') wie auch astrologische Darstellungen, Planetenfiguren, Tierkreiszeichen usw." (Dünnhaupt). - Das in Form eines Gesprächs verfasste Werk ist noch deutlich der kosmographischen Tradition verpflichtet, mit zahlreichen mythologischen, kabbalistischen und legendären Einflechtungen. Francisci lässt hier vier Diskutanten über Gott und die Welt streiten und beschreibt neben vielen Wundergeschichten die "Stern-Kunst" als Hilfswissenschaft zur besseren Kenntnis Gottes. Die Kupfertafeln gehen teilweise auf die Selenographie von Hevelius zurück, dem Francisci dieses Werk widmet, den er überschwänglich preist und zu dessen Popularisierung er damit wesentlich beiträgt. Die Bandbreite der diskutierten Meinungen wird durch die gleichberechtigte Nebeneinanderstellung des geozentrischen und des heliozentrischen Systems anschaulich dokumentiert. Daneben beschäftigt sich das Lust-Haus auf über 100 Seiten mit der Physiognomie und Geologie des Mondes. - Der vorwiegend in Nürnberg lebende Francisci (1627-1694) wurde von Gottsched zu den einflussreichsten Autoren der Barockzeit gezählt. - Frontispiz und Titel mit kleinen Randfehlstellen und auf Japanpapier aufgezogen. Die beiden folgenden Blätter gering angerändert. Eine Tafel mit restauriertem Durchriss. Stellenweise leicht gebräunt. Ein Textblatt mit braunem Fleck in der rechten unteren Ecke. Vorsätze erneuert. Einband gering fleckig und die vorderen Kanten mit kleinen Aufplatzungen. Insgesamt, trotz der angegebenen Mängel, schönes und gut erhaltenes Exemplar. - Dünnhaupt II, 1535, 26 (mit 26 Kupfern); VD17 14:626716T; Graesse II, 626; Brüning 1279

2.350 €