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Artikel 91066-01


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91066-01  Cardanus, Hieronymus (Cardano, Girolamo).
Offenbarung der Natur und natürlicher Dingen, auch mancherley wunderbarlichen und subtilen Würckungen... Jetz newlich... in die verstendtliche Teutsche zungen gebracht durch H. Frölich von Plawen. Basel. Henricpetri. (1591). (35 x 22 cm). (30) 828 (2) S. Mit Holzschnitt-Porträt verso Titel, einigen Textholzschnitten und Holzschnitt-Druckermarke. - Beigebunden: C. Plinius Secundus. Bücher und Schrifften von Natur, Art und Eygenschafft aller Creaturen oder Geschöpffe Gottes... Jetzundt widerumb mit sonderm Fleiß durchsehen... mit schönen neuwen Figuren gezieret... Allen Apoteckern, Haußvättern und Hausmüttern... nützlich und dienstlich. (12) 388 (16 (2w)) S. Mit Titelholzschnitt und ca. 260 Textholzschnitten u.a.von J. Amman. Kalbslederband der Zeit über Holzdeckeln mit Blindprägung und intakten Metallschließen.
Frankfurt, Saur für Willers, 1600.
Zu I: Zweite deutsche Ausgabe seines naturphilosophischen Hauptwerkes; ein Kompendium des damaligen naturwissenschaftlichen und technischen Wissens. Es enthält die Übersetzung seiner berühmten Abhandlungen "De rerum varietate" und "De subtilitate". - U.a. mit Kapiteln zu: Alchemie, Botanik, Zoologie, Anthropologie, Physik, Astronomie, Edelsteinen, Geographie (auch Amerika), Handwerk und Technik, ferner Astrologie, Okkultismus, Wahrsagerei und Magie. - Cardanus (1501-1576), der berühmteste Arzt seiner Zeit, versucht der Medizin eine von der galenischen und hippokratischen Tradition unabhängige wissenschaftliche Grundlage zu geben. Durch seine Horoskope für gekrönte Häupter erlangt er großes Ansehen. Als Mathematiker führt er vermutlich die ersten Berechnungen mit komplexen Zahlen durch und entwickelt die Grundlagen der Wahrscheinlichkeitstheorie. Er beschreibt erstmals das nach ihm benannte "Kardangelenk" bzw. die "Kardanwelle". Für die Chemie bedeutend ist seine Theorie der Verbrennungsvorgänge, mit der er die Grundlagen für die spätere Phlogistontheorie legt. Als Naturphilosoph vertritt er die kosmogonische Vorstellung und versucht die Koexistenz von christlicher Glaubensgewissheit und Wahrheit wissenschaftlicher Forschung zu beweisen. Die große Bedeutung Cardanus' liegt in der Verbindung zwischen seinem enzyklopädischen Wissen und seinem schöpferischen Denken begründet, mit der er inspirierend auf zukünftige Forschergenerationen wirkte. - DSB 3, 64; VD16 C938; Ferguson I, 142; Wellcome I, 1303; Rosenthal 210. - Zu II: Vierte Ausgabe. Übersetzung der Bücher 7 bis 11 seiner "Historia naturalis" durch J. Heyden. - Enthalten ist die Beschreibung der Menschen, vierfüßigen Tiere, Fische, Vögel und Schlangen. - Die Holzschnitte von Amman stammen u.a. aus dem Tierbuch von 1569, dem Ständebuch, dem Kriegsbuch von Fronsberger sowie aus verschiedenen Bibeln. - VD16 P3556; Nissen ZBI 3190; Becker, Amman 7e. - Beide Titel in Rot und Schwarz gedruckt. - Stellenweise gering fleckig und mit kleinem Wasserrand am oberen Steg. Teil I ohne das letzte weiße Blatt der Vorstücke sowie Titelblatt mit kleiner Fehlstelle (mit wenig Buchstabenverlust) und Rand sauber angefasert. Die ersten und letzten Lagen mit Wurmspuren. Vorsätze und 2 weiße Blätter mit Eintragungen von alter Hand. Einband etwas berieben, bestoßen und mit Wurmgängen. Kapitale und Ecken teils sorgsam restauriert. Insgesamt gut erhaltenes Exemplar

6.500 €