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Artikel 103798-01


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103798-01  Maschinenfabrik Esslingen (Hrsg.)
Ungewöhnlich umfangreiche und seltene Dokumentation zur Frühgeschichte des Eisenbahnbaus in Württemberg anhand von Originaldokumenten der berühmten Maschinenfabrik mit über 120 vereinzelt kolorierten und meist gefalteten Konstruktionszeichnungen, überwiegend auf Pergaminpapier, 2 gefalteten Lithographien und 5 gefalteten Blaupausen jeweils in Schutzhülle, sowie ca. 140 Blatt Schriftstücke. (35 x 23 cm). Lose in zwei modernen Leinwand-Kassetten.
(Esslingen, Ca. 1856-90).
Vorhanden sind technische Zeichnungen in den Größen von 8 x 12 cm bis 70 x 95 cm und in den Maßstäben von 1:1 bis 1:100. Sie zeigen teils Längs- und Querschnitte durch Lokomotiven und Eisenbahnwagen sowie deren Details. Wegen der Fülle des Materials können hier nur einzelne Objekte hervorgehoben werden wie z.B. bei den Zeichnungen: Auslenkbarer Pferdebahnwagen; Längs- und Querschnitte durch die "Badische Locomotive No. III"; gedeckte und offene Güterwagen für die Kgl. Württ. Staatsbahnen (1858-1859); Laternen-Stützen zu den Lokomotiven; Dampfkessel zur Heizung der Ural-Wagen; Lagerbüchsen für Güterwagen der Kgl. Württ. Staatseisenbahn; zweiachsiger Durchgangswagen 1. und 2. Klasse; Heizwagen für die Eisenbahndirektion Frankfurt; Weight's Federung auf der Birmingham London Railway (ca. 1860); Wagen der Kgl. Württ. Post (ca. 1890); Frein electrique par M. Achard (ca. 1880); Patent-Locomotive 1852. Einige Zeichnungen sind signiert "Carl Klein" bzw. "Eßlingen 18. Juni 1856 A. Ehrhardt" oder tragen den Stempel der "Kgl. Eisenbahnwagenwerkstätte Heilbronn". Die reinen Schriftstücke betreffen u.a. Zusammenstellungen der Spurloks der Badischen Staatsbahnen von der ersten Lokomotive "Löwe" von September 1840 an bis zur 70. Lokomotive 1854 nebst Angaben der jeweiligen Hersteller, vergleichbare Zusammenstellungen für die Main-Weser Bahn ab 1850, die Hessische Ludwigsbahn ab 1852 und die Bebra-Hanau Bahn ab 1865; zwei handschriftliche Briefe der Maschinenfabrik Esslingen an die General-Direktion der Eisenbahnen in Elsaß-Lothringen von 1873 und 1874 zu einer Ausschreibung von Waggons; eine Mappe mit Materialien zur Gotthard-Bahn (ca. 1890), eine Mappe mit Materialien "Locomotiven mit comprimirter Luft", darunter ein Brief von Fritz Marti, dem Gründer der elektrischen Gurtenbahn (ca. 1875), die zeitgenössische Kopie eines 8 Blätter umfassenden Briefes von Ribourt an Marti sowie 25 Blätter mit Abschriften und Berechnungen und 7 Blätter mit Federzeichnungen auf Pergaminpapier zum Projekt einer Luftlokomotive ca. 1880); eine Übersicht der Spurweiten der Russischen Eisenbahnen (1857); Mappe mit Bleistiftskizzen auf 25 Blättern zu Details der "Locomotive mixte Orient Bahn" und 4 kolorierten Federzeichnungen dazu (1859 bis ca. 1880); zeitgenössische Kopien von 3 Anschreiben an das Kaiserl. Patentamt Berlin (1885-87); 5 Blätter mit Übersichten zu Ausschreibungen der Beschaffung von Waggons und Loks (1869-1875). Die hier vorliegenden Schriftstücke beschäftigen sich nicht nur mit den Produkten der eigenen Firma, sondern stellenweise auch mit denen der Konkurrenz. Emil Keßler betreibt von 1837 bis 1851 eine Maschinenfabrik in Karlsruhe, in der er 1841 die erste in Baden gebaute Lokomotive mit dem Namen "Badenia" für die Großherzoglich Badische Staatsbahn herstellt. 1852 gründet er die Maschinenbau-Gesellschaft Karlsruhe und nimmt den Lokomotivbau wieder auf. Da auch das Königreich Württemberg für die geplanten Eisenbahnen eine vom Ausland unabhängige Eisenbahnindustrie haben will, gründet Keßler 1846 die Maschinenfabrik Esslingen, und schon im Herbst 1847 wird dort die erste Lokomotive fertiggestellt, 1870 bereits die tausendste. Obwohl die Maschinenfabrik eng mit der württembergischen Staatseisenbahn zusammenarbeitet und fast alle Neuentwicklungen in Esslingen hergestellt werden, verbreitet sich ihr Ruf sehr schnell und es werden bald Eisenbahngesellschaften in aller Welt beliefert. Die technischen Zeichnungen häufig auf braunem, brüchigem Pergaminpapier mit Einrissen und Randläsuren, die Schriftstücke vereinzelt mit Aktenlochung im linken Rand und leicht angerändert. Insgesamt jedoch gut erhalten. - In diesem Umfang äußerst selten

14.000 €