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Artikel 103795-01


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103795-01  Copia der Dorfs-Ordnung einer Gemeind zu Grafen-Neuses,
auch wie sonsten allenthalben daselbst zu ewigen Zeiten soll gehalten werden. Durch Georgen Graf zu Castell etc. und Johann Haupt-Prior der Karthausen, Mark-Ostheim und Ilmbachs als dies Orts Dorfs-Herrschaften einträchtlich erneuert, und verbessert auf den Tag Petri Cathedra, des eintausend, funfhundertdrey und siebentzigsten Jahres. Deutsche Handschrift von Schreiberhand auf Papier. Am Textende mit gedecktem Papiersiegel und eigenhändiger Unterschrift des beglaubigenden Notars Georg Joseph Froelich. (36 x 22 cm). 73 (57 beidseitig beschrieben) nn. Bll. Pergamentband der Zeit mit montiertem, handschriftlichem Deckelschild und intakten Bindebändern.
Würzburg, 7. Februar 1788.
Grafen-Neuses (heute: Gräfenneuses) ist ein noch existierender Weiler an der Straße von Wiesentheid nach Geiselwind, der im Laufe der Jahrhunderte erst den Grafen zu Castell, später dem Kloster Schwarzenbach bzw. dem Kloster Ilmbach zugehörte, ehe er 1806 an Bayern fiel. Die alte Ordnung von 1573 wurde hier abgeschrieben und durch "Besserungen" und Zusätze von 1596 und 1733 ergänzt. In 19 Kapitel regelte sie Angelegenheiten wie z.B.: Gottes-Schwuhr und Lästerung; Vergewaltigung auf den vier Pfählen; Von Haußgenossen; Das kein Unterthan ohne seines Schultheißen Wissen niemand Fremdes herbergen solle; Wie und zu was Zeiten die Wiesen gehegt, auch es mit dem Trieb wie vor altem Herkommen soll gehalten werden; Holzordnung; Buß von Vieh; Von Gaisen; Ganß; Vom Weinschenken. Froelich ist als Notar und "Lehensrenovator" nachweisbar, einige der von ihm geführten und beurkundeten Protokolle finden sich heute im Landesarchiv Baden-Württemberg. - Flüssige, einheitliche Schrift auf gutem, weissem Papier. - Vorderer Vorsatz etwas fingerfleckig und angestaubt. Letztes Blatt und hinterer Vorsatz mit Abschnitten ohne Textverlust. Die ersten Blätter leicht fingerfleckig. Einband etwas fleckig und angeschmutzt. Insgesamt gut erhalten.

580 €