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Artikel 104932-01


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104932-01  Reuchlin, Johannes.
De arte cabalistica libri tres Leoni X. dicati. (29 x 21 cm). 4 nn., 79 num., 1 nn. Bll. Mit großem Wappenholzschnitt auf dem Titel sowie hebräischem und griechischem Typendruck im Text. Moderner Pergamentband im Stil der Zeit.
(Hagenau, Anshelm, 1517).
Erste Ausgabe seines zweiten Hauptwerks zur Kabbala; nach seinem 1494 erschienenen "De verbo mirifico". - Bei seinen mehrfachen Reisen nach Italien traf sich Reuchlin mit Gelehrten wie Marsilio Ficino, Giovanni Pico della Mirandola und anderen Philosophen zum Gedankenaustausch. Dabei wurde er durch ihre Vorstellungen geprägt, die eine Synthese aus christlicher Dogmatik, neuplatonischen Konzepten und den Ideen aus der mystischen Tradition der Kabbala bilden. In vorliegendem Werk schildert er nun Gespräche zwischen dem Frankfurter Juden Simon, dem Mohammedaner Marranus und dem Pythagoräer Philolaus, die sich im Wohnhaus von Simon treffen. Das erste und zweite Buch enthalten Auseinandersetzungen über die Kabbala, das dritte Buch behandelt die pythagoreische Philosophie und ihre Übereinstimmung mit der Kabbala. Reuchlin versucht hier, die Lehren der Kabbala dem Abendland zu vermitteln und sie mit dem Christentum zu harmonisieren. - "Die Alchemie der Neuzeit... geriet teilweise auch unter den Einfluss der Kabbala... In Deutschland war es der Begründer der hebräischen Sprachforschung Johannes Reuchlin, der 1517 mit seinem Werk 'De arte cabbalistica' der Kabbala Eingang ins Denken seiner Zeit verschaffte" (Schütt, Auf der Suche nach dem Stein der Weisen). - In diesem typographisch meisterhaften Druck Anshelms sind zahlreiche Stellen in hebräischen und griechischen Typen gedruckt. Der mit Reuchlin befreundete Anshelm war "neben Froben der bedeutendste humanistische Buchdrucker in Deutschland, der namentlich den hebräischen Buchdruck gepflegt hat" (NDB 1, 312). - Das Privileg auf der Titelrückseite von Kaiser Maximilian für die hebräischen, griechischen und lateinischen Erstdrucke Anshelms unter Berücksichtigung seiner editorischen Verdienste gehört zu den frühesten seiner Art und ist ein buchhandelsgeschichtliches Dokument von hohem Wert (Schottenlohr, Die Druckprivilegien des 16. Jh., Nr. 15: in Gutenberg-Jahrbuch 1933). - Der große Titelholzschnitt zeigt das Wappen Reuchlins. - Die ersten 25 Blätter mit kleinem Wurmloch im oberen weißen Rand. Titel und einige Blattränder mit umfangreichen sauberen zeitgenössischen Marginalien. Insgesamt schönes und breitrandiges Exemplar in guter Erhaltung. - VD16 R1235; Benzing, Reuchlin 99; Adams R 381; Caillet 9333

11.000 €