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Artikel 109659-01


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109659-01  Glauber, Johann Rudolph.
Zwei Sammelbände mit 13 seltenen deutschen Werken von J. R. Glauber in 15 Teilen und einer Abhandlung von J. J. Becher. (16 x 9 cm). Dekorative blindgeprägte Pergamentbände der Zeit.
1651-1703.
Die Bände enthalten: I. Operis mineralis oder Vieler künstlichen und nützlichen metallischen Arbeitten Beschreibung. 3 Teile. Amsterdam 1651-52. 180 (4w) S.; 76 (2) S.; 184 S. - Erste deutsche Ausgabe. - "Das Buch ist in drei Teile eingeteilt. In ihm befaßt sich Glauber eingehend mit der Gewinnung und Trennung der Metalle; er beschreibt darin teils alte, teils neue Verfahren und zeigt sich in der Materie außerordentlich bewandert. Das Werk enthält alle bisher im Bergbau angewendeten Methoden, aber auch einige neue" (Gugel). Daneben beschreibt er, wie aus Antimon eine allgemeine Medizin herzustellen ist. Der dritte Teil enthält das "Coelum philosophorum" von Paracelsus mit dem Kommentar von Glauber (Sudhoff 374). - Gugel 3; Dünnhaupt 8.I.1. - II. Miraculum mundi, oder Außführliche Beschreibung der wunderbaren Natur, Art, und Eigenschafft des großmächtigen Subjecti, von den Alten Menstruum Universale oder Mercurius Philosophorum genandt. Amsterdam. 1653. (2) 105 (5w) S. - Zweiter Druck im Jahr der Erstausgabe. - An diesem Werk sieht man, dass Glauber von Paracelsus, Boyle und Van Helmont beeinflusst wurde und ein starker Anhänger der Alchemie war. "Das Weltwunder, dem dieses Buch gewidmet ist, ist sein 'Alkahest', eine Substanz, der Glauber in langen Beschreibungen eine ganze Reihe von Heilerfolgen und chemischen Wundertaten zuschreibt. Dieses Mittel empfiehlt er den verschiedenen Ständen... nicht ohne in manchmal beißendem Spott auf die Mängel und Eigenheiten einzelner Vertreter dieser Stände einzugehen... Bei diesem Alkahest handelt es sich um Pottaschelösung, die er sowohl durch Auslaugen der Holzasche als auch durch Aufstreuen von Salpeter auf glühende Holzkohlen und nachheriges Auslaugen gewinnt. Besonders sein auf letztere Weise bereitetes Produkt hielt er für ein großes Geheimnis und verwandte es zu verschiedenen Zwecken" (Gugel). - Partington II, 341; Gugel 4; Dünnhaupt 9.I.2; VD17 14:628726H. - III. Miraculi mundi ander Theil. Amsterdam. Janssonius. 1660. (20) 113 (2w) S. - Erste Ausgabe. - Dünnhaupt 9.V; VD17 23:644528B. - IV. Annotationes, uber dessen jüngst-herauß gegebenes (Continuatio Miraculi Mundi intitulirtes) Tractätlein, in welchem die darin begriffene Secreta... expliciret, und defendiret werden. Ebenda. 1659. 39 S. - Erste Ausgabe. - Dünnhaupt 9.IV; VD17 39:116852E. - V. Gründliche und warhafftige Beschreibung, wie man auß der Weinhefen einen guten Weinstein in grosser Menge extrahiren sol. Amsterdam 1654. 32 S. - Zweiter Druck im Jahr der Erstausgabe. - "In diesem Büchlein hat Glauber den Niederschlag seiner Arbeiten über den Wein, den Weinessig und den Weinstein gebracht, die er sich in der Zeit seines Aufenthalts in Wertheim und Kitzingen erarbeitete. Auf dieses Verfahren hatte er ein 'Privileg', und durch Herausgabe des Büchleins gab er sein Wissen der Allgemeinheit bekannt. Das Büchlein stellt sozusagen sein Abschiedsgeschenk an die fränkische Heimat dar..." (Gugel). - Dünnhaupt 11.I.2; Gugel 6; VD17 1:641378L. - VI. Apologia oder Verthädigung, gegen Christoff Farners Lügen und Ehr-abschneidung. Ohne Ort (Amsterdam) 1655. 88 S. - Zweiter Druck im Jahr der Erstausgabe. - "In 1655 Glauber again left Germany for Amsterdam, this time never to return. The move was undoubtedly related to a bitter dispute with Christopher Farner, who had stolen some of his processes and had slandered his work and character. Amsterdam was also more receptive to Glauber's religious beliefs; although born a Catholic, he argued that men would be judged by their deeds rather than by the idiosyncrasies of a particular sect" (DSB, 5, 419). - Dünnhaupt 12.I.2; Gugel 7; VD17 1:641348R. - VII. Glauberus ridivivus; Das ist: Der von falschen und gifftigen Züngen ermorte... nun aber... wieder auffgeständene Glauber. Amsterdam. Janssonius. 1656. 109 (3w) S. - Zweiter Druck im Jahr der Erstausgabe. - Seine zweite Streitschrift gegen Farner. - Dünnhaupt 14.2; Gugel 7; VD17 23:279170Z. - VIII. Explicatio oder uber daß unlängst.., außgebenes (Miraculum Mundi, intitulirtes) Tractätlein außfuhrliche Erklährung. Ebenda. 1656. 110 (2w) S. - Dritter Druck im Jahr der Erstausgabe. - Glauber, der als Begründer der gewerblichen Chemie angesehen werden kann, teilt hier 39 Rezepte für die Anwendung von Salpeter in der Chemie, der Medizin und im Handwerk mit. Sein Denken bewegt sich zwischen traditioneller Alchemie und moderner Naturwissenschaft. - Dünnhaupt 9.II.3; VD17 12:653274M. - IX. Trost der Seefahrenten. Ebenda. 1657. 102 (5) S. - Erste Ausgabe. - "Das Büchlein ist trotz seines geringen Umfanges interessant und bemerkenswert... Gegen Hunger, Durst und den Skorbut der Seeleute empfiehlt er konzentriertes Getreide und konzentriertes Wasser... Er sieht die Quintessenz des Wassers in der Quintessenz des Salzes, der Salzsäure, die er dazu verwendet, das auf Seeschiffen mitgeführte Trinkwasser haltbar zu machen. Sein konzentriertes Getreide ist einfach Malzextrakt, den er zur Bereitung eines met- oder bierartigen Getränkes empfiehlt; aber auch zur Herstellung eines zwiebackartigen Kraftbrotes, das haltbar und stark konzentriert sei, gibt er Ratschläge. Seine Idee wurde in neuerer Zeit zur Schaffung der Kraftnährmittel wieder aufgenommen" (Gugel). - Dünnhaupt 17.I; Gugel 10; VD17 23:278311Z. - X. Tractatus de medicina universali, sive auro potabili vero. Oder außführliche Beschreibung einer wahren Universal Medicin. Ebenda. 1657. 80 S. - Eine von zwei Druckvarianten der ersten Ausgabe mit gering abweichendem Titelblatt. - Glauber knüpft hier an seine Schrift "De auri tinctura" über das trinkbare Gold an. "Glauber geht von der Absicht aus, eine universelle Medizin zu schaffen, die in allen drei Naturreichen universelle Wirkung haben soll. Diese Medizin könne sowohl die Pflanzen als auch die unedlen Metalle 'heilen'. Er steht also auf alchimistischem Boden, wenn er glaubt, 'die Tinktur' finden zu können. Da nun der Salpeter in allen drei Naturreichen eine große Rolle spiele, das Gold aber andererseits die Emanation der Sonne sei, hofft er, in der Kombination dieser beiden seinem Ziel näher zu kommen" (Gugel). - Dünnhaupt 16.I; Gugel 9; VD17 3:311661A. - XI. Libellus ignium: Oder Feuer-Büchlein. Ohne Ort und Drucker (Prag. Wussin). 1703. 64 S. - Zweite Ausgabe, 40 Jahre nach der ersten erschienen. - "Noch teilweise alchemistisch in der Vorstellung" (Dünnhaupt). - "Hier gibt Glauber die Bereitung der 'geheimen Feuer' bekannt. Er versteht darunter die nassen Verfahren zur Metallscheidung. Von der Beobachtung der Kohlensäureentwicklung beim Auflösen von Metallen in Säuren ausgehend, stellt er eine Theorie der Gärung der Metalle auf und meint, sie würden durch eine solche Gärung, ähnlich wie der Most zum Wein, von unedlen zum edleren Metall werden, wobei sie ihre 'hefe' absetzen würden. Mögen diese Ideen nur noch kulturhistorisch interessant sein, seine Beobachtungen der Vorgänge beim Auflösen von Metallen in Säuren sind heute noch zutreffend und wertvoll" (Gugel). - Dünnhaupt 20.2; Gugel 16; VD18 10255338. - XII. Tractatus de signatura salium, metallorum et planetarum. 2 Teile. Ohne Ort und Drucker. (Prag. Wussin). 1703. 130 S. - Zweite Ausgabe, 45 Jahre nach der ersten erschienen und um den zweiten Teil vermehrt. - Der erste Teil enthält die deutsche Fassung von Glaubers "De signatura salium" von 1658, der zweite Teil ist ein erneuter Abdruck seines "Libellus dialogorum oder Gespräch-Büchlein" von 1663. - Zu 1: "In diesem Büchlein führt er ein eigenartiges System der Stoffe ein. Nach dem Grundsatz: Nomen est omen, glaubt er, daß Gott ursprünglich jedem Ding seinen Namen persönlich gegeben habe, der Name also ein Geheimnis in sich schließe... die alchimistischen Zeichen, die in ihrer Grundlage meist die Sternzeichen sind, hält er für eine ähnliche Offenbarung... Aus dem Verhalten der Metalle beim Schmelzen mit Salz... glaubt er, ähnliche Geheimnisse herauslesen zu können..." (Gugel). - Zu 2: "In diesem Gesprächsbüchlein unterhalten sich in drei Dialogen drei Chemiker der damaligen Zeit über drei verschiedene Universalmedizinen. Die dabei abgehandelte Universaltinktur ist eine der Glauberschen Goldlösungen... Vom chemie- und pharmaziegeschichtlichen Standpunkt aus gesehen sind vor allem die Sprache und Ausdrucksweise, sowie die Bilder und Gleichnisse reizvoll. Sie geben Einblick in die Gedankenwelt der damaligen Fachgenossen..." (Gugel). - Dünnhaupt 19.I.2; Gugel 12 und 17. - XIII. Tractatus de natura salium. Oder außführliche Beschreibung, deren bekanten Salien. Amsterdam. Janssonius. 1658. 119 S. - Erste Ausgabe einer seiner wichtigsten Veröffentlichungen, u.a. mit einem Bericht über die Entdeckung des Glaubersalzes. - "Dieses Büchlein enthält seine nicht uninteressanten Ansichten über die Natur der Salze.... Über die Entstehung der Salze hat er eigenartige Ansichten, die er wohl von seinen Vorgängern herleitet... Anschließend an die Elemententheorie sieht er den Ursprung aller Materie in dem Zusammentreten von Salz und Feuer. Auch seine 'prima materia' ist etwas Ähnliches. Im Salz sieht er nun das Bindeglied zwischen Ursubstanz und dem 'verbrennlichen Schwefel', woraus je nach Mischungsverhältnis alle Stoffe entstehen können... Den letzten Teil seines Büchleins widmet er dann seinem 'Sal Mirabile Glauberi', dem Natriumsulfat... Sein Glaubersalz verwendet er auch zur Herstellung seiner trinkbaren Goldzubereitungen" (Gugel). - Dünnhaupt 18.I; Gugel 11. - XIV. (Becher, Johann Joachim). Glauberus refutatus seu Glauberianarum sophisticationum centuria prima... Das ist: Ein Hundert Lugen: oder ohnnützliche, verführerische, betriegliche chimische Proceß... Durch Antiglauberum. Ohne Ort und Drucker. 1661. (3) 83 (8(2w)) S. - Erste Ausgabe dieser poetisch-satirischen Polemik gegen die Scharlatanerien von Glauber. - Dünnhaupt 8; VD17 39:119551U. - Das letzte Werk papierbedingt gebräunt. Vier Titelblätter mit kleinen Randschäden durch entfernte Blattweiser. Insgesamt sehr schönes und wohlerhaltenes Exemplar in uniformen Einbänden

11.000 €