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Artikel 110940-01


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110940-01  Schulze, Johann Heinrich.
Chemische Versuche nach dem eigenhändigen Manuscript des Herrn Verfassers zum Druck befördert durch D. Christoph Carl Strumpff. (19 x 11 cm). (8) 156 (12) S. Mit 1 gefalteten Kupfertafel. Dekorativer moderner Halblederband im Stil der Zeit mit reicher Rückenvergoldung.
Halle, Waisenhaus, 1745.
Sehr seltene erste Ausgabe. - Schulze (1687-1744), Professor u.a. für Anatomie und Chirurgie in Altdorf, gilt als Universalgelehrter. "Bei chemischen Versuchen entdeckte S. 1717 die Lichtempfindlichkeit der Silbersalze (gen. scotophorus, 'Dunkelträger'), fertigte einfache Lichtbilder an und publizierte 1719 seine Ergebnisse (Scotophorus pro phosphoro inventus... in: 'Bibliotheca Novissima Oberservationum'" (NDB). Eder bezeichnet ihn als ersten Erfinder der Photographie als "Lichtschreibekunst". - In vorliegendem posthum veröffentlichten Band beschreibt er die Herstellung von Silbernitrat und auf Seite 119 in einer kurzen Zusammenfassung seine berühmte Entdeckung (vermutlich erstmals in Deutsch) wie folgt: "Wenn aufgelöset Silber... an die Sonnenstrahlen geleget wird, entstehet eine schwartze Farbe. Man kann das praeciptirte Aq. Fort. mit gemeinem Aqua diluiren, darnach Kreyde damit anmachen, und den Sonnenstrahlen exponiren... Wobey zweyerley merckwürig ist. 1) Daß es hiebey nicht auf die Wärme ankomme... 2) Daß es die Sonnenstrahlen nicht allein denn thun, wenn sie directe drauf fallen sondern auch, wenn sie durch einen Spiegel, oder nur durch eine weisse Wand drauf geworffen werden...". Der Band ist zudem von großem Interesse, da er beweist, daß Schulze sich der Bedeutung seiner Entdeckung sehr wohl bewußt war. - Stellenweise leicht stockfleckig, sonst gut erhalten. - VD18 11607114; Ferguson II, 348; Poggendorff II, 862; Brüning 4486

2.400 €